Notprojekt: Mutige Frauen im Lebensgefahr!

Jan. 2024

Iranische Frauen bemühen sich seit mehr als 9 Monaten mutig und standhaft um die grundlegenden Menschenrechte und die Freiheit für sich und die ganze iranische Bevölkerung. Die mutigen Frauen und Mädchen sind zum Symbol des Aufstandes gegen die religiös-fundamentalistische Mullah-Diktatur geworden. Sie haben gezeigt wie man die Angst überwinden und wie man den Repressionskräften die Stirn bieten kann.  

Armita Geravand, eine 16-jährige Schülerin (im Bild), liegt im Fajr-Krankenhaus in Teheran im Koma. Berichten zufolge erlitt sie eine Gehirnblutung. Ihr Zustand ist kritisch, Augenzeugen und Menschenrechtsaktivisten zufolge wurde die Jugendliche am Morgen des 1. Oktober in der Teheraner U-Bahn von der sog. „Sittenpolizei“ brutal angegriffen, am Kopf verletzt und bewusstlos ins Krankenhaus gebracht. Dieses gewalttätige Vorgehen der ...Mehr Lesen

Sie haben in der Praxis ihre Fähigkeiten und ihr Verantwortungsgefühl und ihren starken Durchhaltewillen gezeigt und damit in der iranischen Gesellschaft eine neue Sicht und Verständnis in Bezug auf Frauen sowie eine grosse Solidarität unter allen Bevölkerungsgruppen erreicht. Die iranische Bevölkerung will aus eigener Kraft dieses barbarische unmenschliche und frauenfeindliche Regime beenden und sie setzen sich gemeinsam für einen zukünftigen Iran in Freiheit mit Gleichberechtigung aller Menschen und mit der Gewährleistung aller menschlichen Grundrechte ein.

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Das ist der Grund, warum das Mullah-Regime, als letztes Mittel um sich an der Macht zu halten, jetzt mit einer Hinrichtungswelle begonnen hat, um zu versuchen mit einer Atmosphäre der Angst und des Schreckens die Bürgerbewegung aufzuhalten.

Alle 6 Stunden ein Mensch einen qualvollen Tod am Galgen. Tausende inhaftierte Frauen- und Menschenrechtler sind in Lebensgefahr. Wir haben darum eine Lebensrettungskampagne zum Stopp der Hinrichtungswelle. Gemeinsam können wir das Leben vieler dieser mutigen Menschen, die die Hoffnung für eine lebenswerte Zukunft im Iran sind, retten.

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Beispiele für den mutigen Einsatz von Frauen für Menschenrechte und Freiheit gegen über der Brutalität des Mullah-Regimes

Am Montag, den 29. Mai 2023, schrieb Tayyebeh Nazari auf ihrem Instagram-Account, dass ihre Tochter Maryam Arvin, die verhaftet worden war, weil sie ihre inhaftierte Protestteilnehmer verteidigt hatte, im Gefängnis unter dem Vorwand der Injektion von Beruhigungs- und Schlafmitteln durch Drogen getötet worden sei. Maryam Arvin, 29, war Rechtsanwältin und Mitglied der Anwaltsvereinigung in der Provinz Kerman und setzte sich ehrenamtlich für die Belange von Bedürftigen, Sozialhilfeempfängern und Kinderarbeitern ein. Tayyebeh Nazari, die Literatur an Gymnasien in Sirjan unterrichtet, wurde ebenfalls verhaftet, nachdem sie über den gewaltsamen Tod ihrer Tochter berichtet hatte.

Atekeh Rajabi war Grundschullehrerin in einem Dorf in der Nähe von Mashhad. Im Januar 2023 wurde sie aufgrund ihrer Unterstützung der Protestbewegung aus dem Schuldienst entlassen. Am 9. Mai wurde sie verhaftet, als sie an einer Protestkundgebung von Lehrkräften in Mashhad teilnahm. Sie wurde in ein Gefängnis des Geheimdienstes verschleppt, wo sie aus Protest in Hungerstreik trat. 

Zu den Opfern der brutalen Gewalt des Mullah-Regimes im Iran gehört auch die 16-jährige Schülerin Hasti Hossein-Panahi. Am 10. November 2022 griffen Milizen eine Schule in der Stadt Dehgolan an und prügelten mit Schlagstöcken auf die Schülerinnen ein, die gegen den Schleierzwang protestiert hatten. Hasti wurde mehrfach so brutal auf den Kopf geschlagen, dass sie schwere Kopfverletzungen erlitt und ins Koma fiel. Nach fünf Monaten im April 2023, erwachte sie aus dem Koma erwacht aber sie kann ihre Arme und Beine nicht mehr bewegen und ist auf den Rollstuhl angewiesen.

Mariam Akbari Monfared, Mutter dreier Töchter und Menschenrechtsaktivistin, ist seit 13 Jahren im Gefängnis, wegen einer Beschwerde, die sie an die UNO-Arbeits gruppe gegen das gewaltsame und unfreiwillige Verschwindenlassen von Menschen wegen der Hinrichtung ihrer Schwester und zwei ihrer Brüder in dem Massaker an 30`000 Gefangenen im Jahr 1988, geschrieben hat.

Für die Kampagne zur Freilassung dieser freiheitsliebenden Frauen benötigen wir Ihre Unterstützung und finanzielle Hilfe!

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Die Stellung der Frauen unter der religiös-fundamentalistischen Diktatur

Unter dem im Iran herrschenden Mullah-Regime haben die Frauen keinerlei Wert und keinerlei Rechte. Zum Beispiel: vor Gericht zählt das Wort erst von zwei Frauen so viel wie das eines Mannes, oder ein Mann kann sich ohne Begründung von seiner Frau scheiden lassen, aber eine Frau hat ein solches Recht nicht. Frauen haben kein Recht auf freie Bekleidungswahl, auf Bildung, auf Berufswahl und oft auch nicht die freie Wahl des Ehemannes, besonders in armen Landesteilen. Mädchen sind von klein auf an zu einem Leben in Unterdrückung und Zwang verurteilt. 

Aber das ist nur die Ansicht des fundamentalistischen Regimes gegenüber Frauen. Im Gegenteil dazu fordert die iranische Bevölkerung, besonders die Jugend, die Gleichberechtigung für Frauen und setzen sich für ihre Freiheit ein. Trotz der Gefahr von Hinrichtung, äussern sie ihre Meinung, demonstrieren sie und schreiben Texte. Bei vielen Protestdemonstrationen sind die Frauen in vorderster Reihe.

Seitdem die fundamentalistische Diktatur der Mullahs im Iran an die Macht gekommen ist, wurden Tausende Frauen hingerichtet. Gemäss den internationalen Konventionen, hat das iranische Regime mit den Massenhinrichtungen von Menschen - nur wegen ihrer Überzeugung -, Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Menschen im Iran müssen für die Freiheit mit ihrem Leben bezahlen. 

Iranische Frauen bemühen sich seit dem Beginn der Bürgerproteste von September 2022 mutig und standhaft um die grundlegenden Menschenrechte und die Freiheit für sich und die ganze iranische Bevölkerung. Die mutigen Frauen und Mädchen sind zum Symbol des Aufstandes gegen die religiös-fundamentalistische Mullah-Diktatur geworden. Sie haben gezeigt wie man die Angst überwinden und wie man den Repressionskräften die Stirn bieten kann.  

Die hohe Zahl der Hinrichtungen von Frauen im Iran ist mit keinem anderem Land vergleichbar. Gemäss den Gesetzen der fundamentalistischen Mullah-Diktatur können sogar Mädchen im Alter von 9 Jahren zur Hinrichtung verurteilt werden. 

MENSCHENRECHTSARBEIT IST ERFOLGREICH!

Wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass nach langjähriger Öffentlichkeitsarbeit von Verein Welle und dem grossen internationalen Druck auf das iranische Regime, Atena Daemi, eine mutige inhaftierte Bürgerrechtlerin...

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Geschichte der Diskriminierung von Frauen im Iran

Die Geschichte des Widerstandes der iranischen Frauen für die Erreichung ihrer Rechte reicht auf mehr als 100 Jahre zurück. Ein langer schwerer Weg mit mehreren Diktaturen, die den Frauen jegliche Rechte verweigerten. Aber diese Diskriminierung erreichte ihren Höhepunkt als die religiöse Diktatur im Februar 1979 nach der Revolution der iranischen Bevölkerung gegen den Shah an die Macht gelangte. 

Ein Blick auf eine kurze Chronologie des Schleierzwangs für Frauen in nur wenigen Wochen nachdem die Diktatur an die Macht kam. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt über die täglichen Repressionen, denen die Frauen durch das Mullah-Regime ausgesetzt sind. 

  • Am 26.02.1979 erklärte das Büro von Khomeini das Gesetz zur Unterstützung für Familien, dass in der Schahzeit verabschiedet worden war und den Frauen kleine Rechte zugestand, als ungültig. 
  • Am 28.02.1979 wurden diskriminierende Gesetze gegen Frauen im Sport erlassen und alle Wettkämpfe von Frauen nach und nach abgeschafft. 
  • Am 02.03.1979 wurden Frauen vom Richteramt ausgeschlossen und auf diese Weise konnten Hunderte von Richterinnen oder angehenden Richterinnen nicht mehr ihren Beruf ausüben. 
  • Am 04.03.1979 wurde den Männern erlaubt, jeder Zeit einseitig die Scheidung einzureichen
  • Am 07.03.1979 wurde der Schleierzwang für Frauen in staatlichen Einrichtungen angeordnet. „Entweder Kopftuch oder es gibt einen Schlag auf den Kopf “, war die Parole des Khomeini Regimes. 
  • Im Jahr 1979 wurde in der Verfassung festgeschrieben, dass Frauen nicht Präsident werden können.
  • Am 29.05.1979 wurde zum ersten Mal eine Frau in der Öffentlichkeit ausgepeitscht. 
  • Am 03.02.1980 wurde zum ersten Mal eine staatliche Anordnung über den Schleierzwang von Krankenschwestern und Ärztinnen herausgegeben.
  • Am 19.04.1980 wurden Sängerinnen vor Gericht bestellt und ihnen dort auf Ewig das Singen verboten.
  • Am 29.06.1980 wurde zum ersten Mal das Steinigungsurteil gegen 2 Frauen in der Stadt Kerman ausgeführt.
  • Im Jahr 1983  wurde im Artikel 2.1 per Gesetz bestimmt, dass Frauen, die den Schleierzwang in der Öffentlichkeit nicht einhalten, zu 74 Peitschenhieben verurteilt werden. Die mutigen iranischen Frauen werden, nur weil sie ihre grundlegenden Rechte einfordern, tagtäglich festgenommen und gefoltert. Bisher wurden in der Zeit, seit Rohani und Raisi im Iran an der Macht sind, 114 Frauen hingerichtet.