NOTAKTION für Gefangenen in der Gefahr des Coronavirus

Updated:03.05.2020, Verein Welle ruft zu einer Notaktion für die Lebensrettung von Gefangenen, die Opfer von Menschenrechtsverletzungen im Iran geworden sind, auf.

Während der brutalen Niederschlagung der Bürgerproteste im November 2019 in mehr als 191 Städten, wurden mehr als 1500 der friedlich protestierenden Menschen von den Repressionskräften des Regimes getötet und mehr als 12´000 Menschen verhaftet, die noch zu der zuvor schon grossen Zahl von Gefangenen dazukommen ist.

Unter den im Iran herrschenden unmenschlichen Mullahs und wegen ihren Verheimlichungen und wegen der grossen Korruption, ist der Coronavirus zu einer unvorstellbaren menschlichen Katastrophe im Land geworden, besonders für Menschen in den Gefängnissen des Regimes. In weniger als einem Monat seit dem Ausbruch des Coronavirus haben mehr als 38´000 Menschen in 309Städten des Irans deswegen ihr Leben verloren.

Aufgrund der Zurückhaltung von Informationen in den Medien durch die Diktatur, infizieren sich immer mehr Menschen im Iran mit dem Coronavirus.
Es besteht ein dringender Bedarf an sofortiger internationaler hilfe für die iranische Bevölkerung, aber sogar Ärzte ohne Grenzen, die Hilfe angeboten hatten, wurden des Landes verwiesen. 
Für das Mullah-Regime hat das Leben von Menschen keinerlei Wert und diese bittere Realität ist jetzt täglich in den Strassen des Iran zu sehen, überall in den Städten breitet sich das Coronavirus aus. 
 

Wegen der Überfüllung und Enge in den Gefängnissen des Irans für diese grosse Zahl von Gefangenen und wegen dem Fehlen selbst einer minimalen Hygiene und ebenfalls wegen der körperlichen Schwäche und den mangelnden körperlichen Abwehrkräften der Gefangenen, hat diese Katastrophe noch um ein vielfaches zugenommen, wodurch das Leben der Gefangenen mehr als zu jeder anderen Zeit in grosser Gefahr ist. Die Gefangenen waren bisher schon der Folter, der Misshandlung und der Gefahr der Hinrichtung ausgesetzt und jetzt ist noch die Gefahr durch die Ansteckung mit dem Coronavirus dazu gekommen.

Politische Gefangene im Gefängnis Fashafuje in Teheran – in dem sich 20‘000 Gefangene befinden – sind wegen dem Coronavirus in Hungerstreik getreten und haben den untenstehenden Brief geschrieben, um auf diese Weise ihre Freilassung zu erreichen: „Sie haben uns hier lebendig begraben” « Unser einziges Vergehen ist, dass wir an friedlichen Demonstrationen teilgenommen haben. Es ist unser Recht zu protestieren. Aber anstelle, dass man uns eine Antwort gibt, hat man uns verhaftet und wir hatten noch nicht einmal eine offizielle Gerichtsverhandlung, ausserdem sind wir hier im Gefängnis Folterungen ausgesetzt. Jegliche Besuche sind verboten worden und wir haben keinerlei Möglichkeiten uns zu schützen. Gefangene, die z.B. Geld unterschlagen haben, wurden entlassen. Wir werden aber nicht freigelassen. Es sind schon Gefangene am Coronavirus gestorben und wir befinden uns alle in Ansteckungsgefahr. »

Anstelle inhaftierte Menschen wegen der Corona-Epidemie freizulassen, lässt das religiös-fundamentalistische Regime immer mehr Gefangene hinrichten, um 
die Bevölkerung einzuschüchtern und zu terrorisieren und Proteste gegen die Diktatur zu verhindern.
 

Danial Zeinalabedini (19), der zum Zeitpunkt seiner Verhaftung 17 Jahre alt war, wurde während Protesten im Gefängnis von den Wachen brutal zusammengeschlagen. Seine Familie sagte, Danial habe ihnen am 31. März telefonisch berichtet, dass er schwer geschlagen worden sei, kaum atmen könne und dringend Hilfe brauche. Sein Tod wurde am 2. April bestätigt.
 

Shayan Saeedpour war zum Zeitpunkt seiner Verhaftung 17 Jahre alt. Er gehörte zu den Dutzenden von Gefangenen, die am 27. März im Zentralgefängnis von Saqez gegen die Ausbreitung des Coronavirus in den Gefängnissen protestierte. Er wurde am 21. April hingerichtet.
 

Am 22. April 2020 erhängte die religiöse Diktatur im Iran mindestens 11 Gefangene in den Gefängnissen Gohardasht, Kermanshah, Sanandaj und Dastgerd (Isfahan). 
Viele andere Gefangene befinden sich in der Todeszelle und werden möglicherweise bald hingerichtet. 

Es ist zu betonen, dass die meisten der Gefangenen im Iran Menschenrechts- und Frauenrechtler oder Angehörige religiöser Minderheiten sind, sowie auch viele Akademiker, Universitätsstudenten und Jugendliche.

"Wir fordern die sofortige Freilassung aller Gefangenen im Iran."

Wir sind zutiefst besorgt um das Leben und die Gesundheit der Gefangenen, besonders wegen der schnellen Ausbreitung des Coronavirus und das ohne jegliche Schutzmöglichkeiten oder medizinische Versorgung. Die Gefangenen in dieser Situation weiter in den Gefängnissen zu halten ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Als Stimme der Opfer von Menschenrechtsverletzungen im Iran beteiligt sich Verein Welle an einer internationalen Kampagne für die sofortige Freilassung aller Gefangenen, insbesondere von Jugendlichen und bittet alle Menschenrechtsfreunde um Unterstützung und Hilfe.

Im voraus mit herzlichem Dank


Homar Amani
Präsidentin Verein Welle
März 2020
 

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INHAFTIERTE MENSCHENRECHTSAKTIVISTEN IN DER GEFAHR DER ANSTECKUNG MIT DEM CORONAVIRUS

Saba Kordafshari, 21, wurde wegen ihrer Aktivitäten für Frauenrecht im Iran zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihre Mutter Raheleh Ahmadi, die wiederholt für die Freilassung ihrer Tochter protestiert hatte, wurde im Februar 2020 ebenfalls festgenommen und befindet sich derzeit im Evin-Gefängnis. 
Golrokh Ebrahimi Iraee, 40, wurde bis jetzt zweimal wegen der Enthüllung über die Menschenrechtsverletzungen der Diktatur verhaftet, das letzte Mal während ihrer Teilnahme an den friedlichen Bürgerprotesten am9. November 2019, seitdem wird sie im berüchtigten Evin-Gefängnis festgehalten. 

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HUNGERSTREIK VON 200 WEIBLICHEN GEFANGENEN IM URMIA-GEFÄNGNIS

Von Samstag, den 29. März an, sind 200 Frauen, die im Urmia-Gefängnis gefangen sind, in Hungerstreik getreten, um gegen das Fehlen medizinischer Einrichtungen und ärzlicher Versorgung sowie gegen die Weigerung der Gefängnisleitung, Gefangene wegen der Gefahr des Coronavirus freizulassen, zu protestieren...

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UNO Kommissarin Michelle Bachelet verurteilt die Hinrichtungund Tötung dreier Jugendlicher

Genf, 22. April 2020: Michelle Bachelet, Hohe Kommissarin für Menschenrechte der UNO verurteilte die zweite Hinrichtung eines Minderjährigen innerhalb von nur vier Tagen im Iran.

“Ich wiederhole meinen Aufruf an die iranischen Behörden, ihren internationalen Menschenrechtsverpflichtungen nachzukommen, alle Hinrichtungen jugendlicher Straftäter unverzüglich einzustellen und alle Todesurteile umzuwandeln.” 

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REUTERS: GENF DER UN-SONDERBERICHTERSTATTER FÜR MENSCHENRECHTE IM IRAN

Reuters 10. März 2020, GENF Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran sagte am Dienstag, dass er Iran um die vorläufige Freilassung aller Gefangenen gebeten habe und erklärte, dass es „unglücklich und beunruhigend“ sei, politische Gefangene während der Coronavirus-Epedemie in Haft zu halten.

Javaid Rehman, der UN Sonderbeauftragte für die Menschenrechtslage im Iran, erklärte am 9. März: “Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass sich der COVID-19 Virus in iranischen Gefängnissen ausbreitet.“